Wir Walkenrieder

Gesamtkunstwerk Walkenried: Das Kloster Walkenried muss in einer würdigen Umgebung stehen



Dieses Bild zeigt einen Zustand, der genau das Gegenteil dessen darstellt, was wir uns unter einer würdigen Umgebung für das UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Walkenried vorstellen. Es ist im März 2012 entstanden und zeigt den Aufstieg zum Röseberg, keine 100 Meter von der Klostermauer und dem einstigen unteren Klostertor entfernt. Zerfahrene und zerstörte Wege, weiträumige Abholzungen und Gipsbrüche in unmittelbarer Ortsnähe sind typisch für das Walkenried des Jahres 2012. Wir möchten, das sich dies ändert und einer konzertierten und koordinierten Aktion zugunsten des Klosterorts Platz macht. Für Walkenried ist es fünf Minuten vor Zwölf.


Der Klosterort Walkenried hat durch die Einrichtung des Zisterzienser-Museums und die 2010 erfolgte Erhebung seines Zisterzienser-Klosters zum UNESCO-Weltkulturerbe eine erhebliche Aufwertung erfahren. Der Besucherstrom zum Kloster ist seither auf über 60.000 Gäste im Jahr angestiegen. Mit der Erweiterung des Museums und der Gastronomie im Kloster werden weitere Besucher den Weg nach Walkenried finden. Der unmittelbare Bereich rund um das Kloster, das so genannte „Unterkloster“, ist ebenfalls umgestaltet worden und heißt die Besucher nun in einer spürbar aufgewerteten Umgebung willkommen. Nicht zuletzt hat die Herrichtung des „Magister-Eckstorm-Weges“ am Kupferberg den Erlebniswert des Klosters gesteigert.

Walkenried verfügt mithin über ein Pfund, mit dem es zu wuchern gilt. Angesichts des demographischen Wandels, sinkender Einwohnerzahl, der Abwanderung von Arbeitsplätzen in die mit besserer Förderung ausgestatteten Nachbarorte und einer desolaten Finanzlage bietet das Kloster die Chance, sich weiterhin von anderen Orten gleicher Größe und Situation abzuheben und im Tourismus Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsplätze zu schaffen.

Diese mögliche Zukunftschance wird vertan, wenn, wie derzeit der Fall, die unmittelbare und mittelbare Umgebung des Klosters nicht gepflegt und im touristischen Sinne nutzbar gemacht, sondern statt dessen infolge anderer Prioritätensetzung in eine unattraktive Landschaft verwandelt wird.

Auf der anderen Seite kann ein Juwel wie das Kloster nur in angemessener Umgebung wirklich funkeln. Ein isoliert dastehendes Baudenkmal, auch wenn es noch so attraktiv gestaltet ist, verliert an Wert, wenn es darum herum nicht gut aussieht. Um im Bilde zu bleiben: Niemand käme auf die Idee, einen Edelstein auf ungeputzter Werkbank inmitten von Holzabfall und alten Nägeln zu präsentieren. Er würde mit Sicherheit wenigstens aufräumen, vermutlich aber eine saubere Decke ausbreiten.

Wir sehen derzeit in Walkenried die erstgenannte Variante. Das Kloster als Tourismusmagnet stiftet aber umso mehr Nutzen, je mehr der zukünftig vielleicht 70.000 Besucher, die vorwiegend als Tagesgäste kommen, sich aufgrund einer schönen Umgebung dazu verleiten lassen, einige Tage vor Ort zu bleiben. Gastronomie und Beherbergungsbetriebe können hiervon profitieren; der Mut ihrer Betreiber, wieder zu investieren, würde zunehmen, wenn es begründete Aussicht auf besseres Geschäft gäbe.

Um dies zu erreichen, bedarf es einer konzertierten Aktion aller Beteiligten: Der Verantwortlichen für das Kloster, der Verantwortlichen für die Umgebung, vor allem die Forstverwaltung, die Gipsindustrie, die politisch in Gemeinde, Kreis und Land Zuständigen und nicht zuletzt auch der Walkenrieder Bevölkerung. Zu dieser konzertierten Aktion, die ausgehend vom Kloster einen enormen Mehrwert für Walkenried generieren kann, rufen wir mit dieser Denkschrift auf.

Es ist Zeit, die jeweiligen Türme und Schützengräben zu verlassen und sich zu einer gemeinsamen Aktion zur Rettung des Klosterorts Walkenried zusammenzufinden!

Kritische Bereiche

Die aus unserer Sicht kritischen Bereiche werden nachstehend von innen nach außen aufgelistet. Im Anschluss daran werden Lösungsansätze erörtert und daraus zielführende Maßnahmen abgeleitet.

I Das Unterkloster

In das Unterkloster, also den Bereich zwischen dem oberen Klostertor („Torbogen“) und dem ehemaligen unteren Tor beim Jagdschloß, umgürtet von der alten Klostermauer, ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel investiert worden. Namentlich Straßen und Plätze wurden in Ordnung gebracht bzw. umgestaltet. Mit der Anlage des Parkplatzes am Baumgarten und der Herrichtung des Zugangs von dort zum Kloster wurde ein weiterer Schritt in die richtige Richtung getan.

Doch trotz aller Investitionen, die im Einzelnen durchaus nicht unumstritten waren, ist das Unterkloster ein Sorgenkind geblieben. Es gibt Leerstand („Torbogen“, Herrenhaus der Domäne) und Gebäude, die ob ihrer Größe derzeit nicht adäquat genutzt werden und deren Zukunft darob unsicher ist (u.a. Klostermühle, Hospital, Drostei). Auch wenn die derzeitigen Eigentümer sich bemühen, steht derzeit in Frage, wie es weitergehen soll und wird. Leer stehende Gebäude verwahrlosen und sind damit kein erfreulicher Anblick für den Gast.

Auch um die Gastronomie im Unterkloster steht es nicht gut. Abgesehen vom Klostercafe kann keine der Einrichtungen in eine sichere Zukunft schauen. Dabei zeigt der Erfolg der Pizzeria La Locanda im alten Klosterhof nachdrücklich, wie gut entsprechende Einrichtungen angenommen werden und dass umgekehrt solche Einrichtungen im Unterkloster dringend erforderlich sind.

Die Zukunft des Unterklosters ist damit ein Thema, welches sehr viele angeht und welches mit noch so gut gemeinten Alleingängen nicht gelöst werden kann.

II Die Turmstraße

Tritt man aus dem Klosterbereich am ehemaligen unteren Klostertor „ins Freie“, fällt der schlechte Zustand der Klostermauer sofort ins Auge. Walkenried hat das Glück, eine noch in weiten Teilen intakte Ummauerung des Klosters zu haben, die noch dazu baugeschichtlich von besonderer Bedeutung ist, weil Dolomitsteine und Gipsmörtel verwendet wurden. Doch dieses einmalige, zum Kernbestand des Klosters zählende Bauwerk zerbröselt buchstäblich vor unseren Augen. Hierzu hat der erhebliche Lkw-Verkehr mit beigetragen, der sich Tag für Tag durch die Turmstraße, eine ursprünglich reine Ortsstraße, wälzt, um das nahe Gipswerk „Kutzhütte“ mit Rohstoff unter anderem aus dem Steinbruch „Kahler Kopf“ zu versorgen. Der durch die Lkw verursachte Lärm trägt ebenfalls dazu bei, den Erlebniswert der Klostermauer zu mindern.

Es steht außer Frage, dass die Klostermauer gerade auf diesem Teilstück erhalten werden muss.

III Der Röseberg

Von der Turmstraße, aber auch von der Wiedigshöfer Straße und vom Parkplatz Baumgarten fällt der Blick auf den Röseberg. Dieser Gipsrücken im Süden des Ortes wurde einst viel besucht und ob seiner Schönheit gerühmt. Merian und andere bevorzugten den Röseberg als Standort für ihre Darstellungen des Klosters. Dies allein würde einen besseren Umgang mit dem Röseberg erfordern.

Statt dessen frisst sich der Steinbruch „Röseberg Mitte“ nunmehr bis ganz dicht an den Ort heran, von diesem nur noch durch einen dünnen Schleier von Bäumen getrennt, welche in den Wintermonaten keinerlei Sichtschutz bieten. Der Horizont wird, blickt man von der Bahnhofstraße, dem Andreas- oder Höllteich oder dem Geiersberg nach Süden, durch eine immer höher wachsende Abraumhalde auf dem Rösebergkamm verunstaltet. In einigen Jahren beginnt, nachdem der Naturschutz des Gebietes auf niedersächsischer Seite aufgehoben worden ist und damit eine der potenziell schwerwiegendsten Schädigungen der Umgebung ermöglicht wurde, mit dem Abbau des Bereichs „Röseberg-Ost“. Damit können, wenn es nicht richtig, d.h. in ähnlicher Weise wie bei „Mitte“ angepackt wird, erhebliche, nicht reparable Beeinträchtigungen der bisher noch intakten Sicht auf die Südflanke des Klosterbereichs entstehen.

In beiden Fällen – bei Röseberg-Mitte praktisch täglich erlebbar – geht von den Brüchen auch eine erhebliche Lärmbelastung aus, da dort gebohrt, gesprengt, verladen und abgefahren wird. Diese Geräuschkulisse ist für den Erlebniswert des Klosters absolut abträglich. Der Weg vom Kloster hinauf zu den einstigen Sichtpunkten von Merian und anderen ist verschwunden, der Weg unten entlang zum Röse- und Andreasteich verläuft in unmittelbarer Steinbruchnähe.

Auch wenn man den industriellen Abbau des Gipses nicht grundsätzlich in Frage stellt (immerhin hat der Landkreis Nordhausen seinen Teil des Rösebergs geschützt!), muss dringend über zusätzliche flankierende Maßnahmen zum Schutze des Ortsbildes nachgedacht werden. Zudem gilt es, die alten Aussichtsstellen wieder erlebbar zu machen.

IV Der Geiersberg

Aufgrund seiner zentralen Lage im Ort und der ausgezeichneten Rundumsicht nimmt der Geiersberg eine wichtige Rolle im Tourismus des Klosterorts Walkenried ein. Der dort nach dem großen Sturm 1972 entstandene Kurpark erweist sich inzwischen als überdimensioniert und ist schwierig zu unterhalten. Dies gilt auch für den benachbarten Friedhof, der für unseren Ort inzwischen zu groß ist. Die Ausblicke vom Geiersberg sind, auch wenn man nach Süden und Osten jetzt in offene Steinbrüche schauen muss, immer noch unvergleichlich schön. Auch das Kloster kommt von hier sehr gut zur Geltung.

Die Pflege des Kurparks und des Friedhofs erweist sich als immer schwieriger. Was wir brauchen, ist ein neues Nutzungskonzept, welches bei verkleinerten Flächen für beide Einrichtungen Ordnung auf dem Berg schafft und einer Verwahrlosung bestimmter Bereiche vorbeugt.

V Das Naturschutzgebiet „Priorteich-Sachsenstein“

In diesem dem Ort im Westen unmittelbar benachbarten NSG liegen die meisten der Walkenrieder Klosterteiche, die wir ebenfalls zum Kernbestand des Klosters Walkenried zählen, auch wenn sie einige hundert Meter davon entfernt sind. Schließlich kann an ihnen die Wasserbaukunst der Zisterzienser demonstriert und damit eine weitere Brücke zu den Wasserbauwerken des Oberharzes geschlagen werden. Natürlich ist das Gebiet nicht nur deswegen besonders wertvoll, sondern auch wegen der Vielzahl dortiger Karsterscheinungen wie „Zwerglöchern“, Gipsklippen und Bachschwinden.

Das NSG birgt aber auch das älteste Walkenrieder Baudenkmal. Die Sachsenburg ist älter als das Kloster und letztlich Kristallisationspunkt der Siedlung Walkenried („Alt-Walkenried“), ohne die wiederum „Volkmar von Walkenried“, seine Gemahlin Adelheid und damit die Klostergründung nicht vorstellbar wären.

Der Weg vom Kloster zur Sachsenburg, der noch dazu an Klosterteichen entlang führt und – gewissermaßen außer Konkurrenz – noch Karsterscheinungen erschließt, zählt mithin neben dem Eckstorm-Weg an der Wieda und dem nicht mehr erkennbaren „Myliusweg“ hinauf auf den Röseberg zu den wichtigsten Walkenrieder Erlebniswegen. Er wurde jedoch in jüngster Zeit durch forstliche Maßnahmen deutlich entwertet. Auch der Alternativweg durch den Blumenberg, der „Judenweg“, befindet sich in keinem guten Zustand. Die Sachsenburg selbst bröselt vor sich hin und wächst zu.

Das NSG „Priorteich-Sachsenstein“ mit den eingebetteten Klosterteichen ist kein beliebiges NSG. Bei seiner Pflege muss auf den Erlebniswert der Klosterteiche und der Sachsenburg Rücksicht genommen werden. Dies ist gegenwärtig leider nicht der Fall.

Lösungsansätze


Bis heute – so jedenfalls unsere Beobachtung – betreibt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, jeder Beteiligte sein Geschäft relativ unabhängig vom anderen. Eine Koordination fand und findet nur punktuell statt. Unter dem Aspekt einer ganzheitlichen Betrachtung des Klosterorts und seiner Umgebung im Sinne der Schaffung eines „Gesamtkunstwerks“ mit dem Kloster als Mittelpunkt ist dies bis dato noch gar nicht geschehen.

Das isolierte Vorgehen unter teilweise anderer Schwerpunktsetzung (so bei der Forstverwaltung: Pflege der Eichenbestände, was zu großflächigem Kahlschlag im NSG führt, der dem Erlebniswert im Sinne einer Klosterumgebung abträglich ist – quasi kontraproduktiv zu den Bemühungen, die Klosterteiche zu erhalten) der Beteiligten sind jedoch für die Zukunft des Klosterorts suboptimal. Dies ist um so bemerkenswerter, als hinter fast allen Beteiligten die öffentliche Hand in Gestalt von Kommune, Landkreis und Land steht. Alle drei machen sich derzeit Gedanken darüber, wie durch Entschuldung und Fusion eine Zukunft für den Klosterort geschaffen werden kann. Auf den nahe liegenden Gedanken, durch Förderung des Hoffnungsträgers Nummer 1, des Klosters und seines Umfeldes etwas zu bewegen und hierdurch nachhaltiger zur Sicherung der Zukunft beizutragen als durch eine temporär wirkende Entschuldung, die noch dazu jedweden Spielraum für die Gestaltung der Zukunft nimmt, ist man dabei offensichtlich noch nicht gekommen.

Walkenried jedoch braucht diesen ganzheitlichen Ansatz. Das Ganze war und ist immer noch mehr wert als die Summe seiner Teile – also erreichen wir den höchsten Wert, wenn wir das Kloster, das Unterkloster und die Ortsumgebung mit dem Röseberg und dem NSG Priorteich-Sachsenstein als Ganzes betrachten und behandeln.

Das schließt weder Einzelmaßnahmen wie die Erweiterung des Museums im Kloster noch industriellen Gipsabbau aus, sondern führt durch die Verbindung sinnvoller Maßnahmen zu einem erheblich größeren Mehrwert, als er mit jeder Einzelmaßnahme zu erreichen ist.

Es folgen zunächst einige Vorschläge in diesem Sinne und danach ein Vorschlag, wie hierfür ein organisatorischer Rahmen geschaffen werden kann.

I Unterkloster

I.1 Wir brauchen ein Nutzungskonzept für den Torbogen. Er kann nicht überleben, wenn er auf Dauer leer steht. Dies ist aus baulichen Gründen sicher nicht einfach (zweite Treppe, Fluchtweg). Man kann aber auch einmal darüber nachdenken, den Torbogen zu einer Sommerwohnung für einen „Walkenrieder Klosterschreiber“ zu gestalten und auf diese Weise Jahr für Jahr schriftstellerische Talente in den Ort zu locken.

I.2 Die Gastronomie im Unterkloster braucht Impulse und eine dauerhafte Struktur. Hoffnungsvolle Ansätze wie „La Locanda“ dürfen nicht an kurzfristigen persönlichen Überlegungen scheitern. Insoweit wäre darüber nachzudenken, durch Einbeziehung einer Restaurantkette mehr Stabilität zu schaffen, ohne deswegen eine weitere Bavaria-Alm zu schaffen. Talentierte Gastronomen müssen durch gezielte Förderung in das Unterkloster gelockt bzw. dort gehalten werden. In diesen Zusammenhang gehört natürlich auch die Schaffung eines Übernachtungsbetriebes.

I.3 Bemerkenswerte Bauten im Unterkloster müssen beschildert, ein Rundweg muss eingerichtet werden. Hierbei ist durchaus auch in Erwägung zu ziehen, auch abendliche Führungen mit dem „Klosterwächter“ anzubieten, die dann bei Kerzenschein im Kloster enden.

I.4 Die (Wieder) Aufnahme des Ortes bzw. des Unterklosters in Maßnahmen der Dorferneuerung ist vorzusehen.

II Die Turmstraße

Hier gilt es, den Verkehrslärm durch Lkw deutlich zu reduzieren. Ferner muss dem Verfall der Klostermauer Einhalt geboten werden. Hier eröffnet sich ein dankbares Feld für die Gipsindustrie, von der angesichts dessen, was sie um Walkenried herum anrichtet, deutlich mehr Engagement für den Klosterort zu fordern ist.

III Der Röseberg

Die Abbaurechte in Mitte und Ost gehören faktisch zum Besitzstand des Gipswerks „Kutzhütte“ (Saint Gobain). Gleichwohl ist festzuhalten, dass zum Zeitpunkt der Genehmigung noch kein UNESCO-Weltkulturerbe mit erhöhten Anforderungen an den Erhalt der Umgebung bestanden hat und die Bedrohung des Ortsbildes durch den letzten Abschnitt von Mitte und die ersten Abschnitte von Ost eine neue Qualität erreicht.

Es muss daher darüber beraten werden, auf welche Weise – und sei es durch Anpassung der Genehmigungen, die ja zum Teil nur pauschal erteilt wurden – und mit welchen Mitteln ein nachhaltiger Schutz des Ortes vor optischer und akustischer Beeinträchtigung erreicht werden kann. Hierzu gehört u.a., dass der Sichtschutz in Ost durch stets intakten Waldbestand erhalten werden muss, die Kuppe des Berges und damit die Silhouette in Ortsnähe erhalten werden müssen und man vom Kloster aus niemals in einen Steinbruch schauen muss. Was sich derzeit in Mitte diesbezüglich abspielt, ist ein Beispiel dafür, wie es nicht sein soll.

Darüber hinaus muss der Röseberg als Ort, von dem aus man wunderbare Blicke auf das Ensemble des Klosters hat, wieder erlebbar gemacht werden. Der in halber Höhe verlaufende Myliusweg muss mitsamt einigen Aussichtsstellen wieder hergerichtet werden.

IV  Der Geiersberg

Für den Bereich ist ein neuer Landschaftsplan zu entwickeln. Aus dem Friedhof sind Flächen in den Bereich des Kurparks zu übernehmen, der jedoch insgesamt ebenfalls zu verkleinern ist. Bei Erhaltung der Rundumsicht auf Harz, Kloster, Ort, Röseberg und Höllstein und der Freizeiteinrichtungen soll über eine Bepflanzung nachgedacht werden. Motto: Lieber ein kleiner Wald als eine ungeordnete, ungemähte Brachfläche! In das Konzept ist auch der Spielplatz am Nordwestende des Geiersberges einzubeziehen.

V Das NSG Priorteich-Sachsenstein

Hier bilden Teiche und Wald ein Ensemble, welches in dieser Form zu erhalten ist. Wir wollen unseren Gästen keine Umgebung zumuten, in der es außer einigen wenigen überlebenden Eichen nur noch freie, „unaufgeräumte“ Flächen gibt. Der einstige Werbeslogan „Wälder – Wiesen – Wasser“ drückt immer noch am besten aus, was die Walkenrieder Umgebung auszeichnet. Die Wege im NSG, welche der Erkundung der Klosterteiche, der Verbindung mit der Sachsenburg und natürlich auch dem Kennenlernen der Karsterscheinungen dienen, sind in stets gutem, einwandfrei begehbaren Zustand zu erhalten. Wirtschaftliche Erwägungen der Forstverwaltung dürfen nicht dazu führen, dass die Walkenrieder Umgebung an dieser sensiblen Stelle nachhaltig geschädigt wird.

In diesem Zusammenhang muss auch der Sachsenburg als zweitwichtigstem geschichtlichen Ort in Walkenried mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden. Sie besser vor Vandalismus zu schützen, ist ebenfalls ein Gebot der Stunde.

Mittels kleiner Wanderführer und entsprechender Karten ist das Zusammenspiel der Teiche und damit die für ihre Zeit überlegene Wasserbaukunst der Zisterzienser bzw. ihrer Fachkräfte darzustellen. Ein weiterer kleiner Führer soll den Weg vom Kloster zur Sachsenburg und zurück begleiten und auf historische Zusammenhänge und Naturerscheinungen (Zwerglöcher) und die Besonderheiten der Pflanzenwelt hinweisen.

Organisation

Es wird vorgeschlagen, einen Arbeitskreis „Zukunft der Walkenrieder Umgebung“ zu bilden und hieran u.a. zu beteiligen:


Ziel des Arbeitskreises ist es, Maßnahmen, die jeder Beteiligte plant oder umsetzen will, auf ihre Verträglichkeit mit dem Ziel „Gesamtkunstwerk Kloster Walkenried“ abzuklopfen und neue Maßnahmen vorzuschlagen, deren Finanzierung sicherzustellen und ihre Umsetzung zu begleiten. Die vorhandenen Regelungen (Naturschutz, Denkmalschutz usw.) bleiben hiervon unberührt.

Der Arbeitskreis agiert positiv, d.h. er stellt Aktivitäten der Mitglieder nicht grundsätzlich in Frage, sondern diskutiert sie vor dem Hintergrund der sehr ernsten Situation in Walkenried und mit dem Willen, bestmögliches für die Zukunft des Ortes zu erreichen.

Umgekehrt verpflichten sich alle Beteiligten, Maßnahmen, welche dem Ort oder Ortsbild abträglich sein können, jedenfalls so lange zurückzustellen, bis dies im Rahmen des Arbeitskreises abgeklopft worden ist. Wenn dies geschehen ist, werden die übrigen Arbeitskreis-Mitglieder die Umsetzung der Maßnahmen dann positiv begleiten.